Sag zum Abschied leise “Blog”…
Wien, 18. Jänner 2008
LAN // Der Blog macht Schluss, zumindest in dieser Form. Ob nur Schluss mit lustig oder Schluss mit allem, wird sich demnächst zeigen. Abschließend daher noch drei persönliche Empfehlungen zur Ersatzlektüre, wobei jede dieser Ersatzlektüren weit mehr als ein bloßer Ersatz sein wird: kick08.net berichtet bereits jetzt laufend aus einer differenzierten Sichtweise über die kommende Fußball-Europameisterschaft und wird spätestens im Juni Österreichs bestes EM-Blog sein, sofern der Fußballgott mitspielt. cdw // der blog, das Original, oft kopiert - nie erreicht, wird weiterhin seinen giftgrünen Senf zu allem (un-)Möglichen von A wie Absolut Vodka bis Z wie Zumtobel dazugeben, sofern ihn der Tabak weiter zu journalistischen Höchstleistungen treiben will. Und für die beste Hintergrundmusik sorgt die “Populärmusik für Fortgeschrittene” des Musikblogs monoton.at, sofern der (digitale) Plattenspieler es zulässt. In diesem Sinne: Stay tuned!

P.S.: Eine Auswahl einzelner, lesenswerter Artikel kann auch in Zukunft gelesen werden.
Abgelegt von Andreas Lindinger (LAN) am 18. Januar 2008 unter Homepage, Ironie | 13 Kommentare »
Der 19. April 2008…
Wien, 15. Dezember 2007
Wir schreiben die 35. und vorletzte Runde der österreichischen Bundesliga, im Spitzenspiel trifft Aufsteiger LASK zuhause auf die Youngsters von Sturm Graz. Während man zu Beginn der Meisterschaft dieses Spiel zu diesem späten Meisterschaftszeitpunkt höchstens als belangloses Aufeinandertreffen im Mittelfeld der Tabelle, unter Umständen sogar als Spiel gegen den Abstieg, eingestuft hätte, kämpfen die beiden Überraschungsteams der Saison in einer mit 18.000 Zuschauern restlos ausverkauften Linzer Gugl um den Meistertitel. Zwei Runden vor Schluss beträgt der Vorsprung der Linzer auf die Grazer einen Punkt, in der Scorerliste führt “Österreichs Fußballer des Jahres” Ivica Vastic, in der Torschützenliste Sturms Torjäger Mario Haas, Austria Kärnten steht bereits als Absteiger fest und mit Respektabstand kämpft die Wiener Austria im direkten Duell bei RB Salzburg um den zweiten UEFA-Cup-Startplatz.
Ähnlich dem letzten sportlich brisanten Aufeinandertreffen der beiden Teams in der Saison 1998/99 - damals ging es im direkten Duell zwischen der kurz vor dem finanziellen Kollaps stehenden Linzer Startruppe von Trainer Otto Baric und dem regierenden Meister aus Graz um den Herbstmeistertitel - hielt das Spitzenspiel nicht, was es im Vorfeld versprochen hatte und brachte in der regulären Spielzeit torlose, fußballerische Magerkost zweier Mannschaften, die primär darauf bedacht waren, nicht zu verlieren. Alles rechnet mit einem 0:0, ehe in der 92. Minute Martin Hiden, der im Winter als Ersatz für den zum AC Milan gewechselten Sebastian Prödl an die Mur geholt wurde, nach einem kapitalen Stellungsfehler bei einem Eckball nur mehr das Nachsehen hatte als sein Linzer Pendant Niklas Hoheneder unbedrängt per Kopf zum 1:0-Siegestreffer einnickte. Schiedsrichter Plautz griff zur Pfeife, der Rasen verwandelte sich in ein schwarz-weißes Fahnenmeer, der LASK wurde zum 100. Geburtstag als erster Aufsteiger Meister, Manfred Payrhuber flitzte nach verlorener Wette nur mit einem LASK-Schal bekleidet gemeinsam mit Erfolgstrainer Karl Daxbacher durch den VIP-Club und - last but not least - die Prognose von “LAN // Der Blog” vom November hat sich damit erfüllt…

Abgelegt von Andreas Lindinger (LAN) am 16. Dezember 2007 unter Fußball | 4 Kommentare »
ÖBB - Eine unbequeme Wahrheit…
ÖBB-IC 745, 9. November 2007
Bereits letzte Woche kritisierte “LAN // Der Blog” die angekündigten Preiserhöhungen in Folge der nebulösen Fahrplanoptimierungen der ÖBB scharf. Bereits heute am Tag der Fahrpreiserhöhung liegen weitere Details, welche die Skrupellosigkeit der Bundesbahnen unterstreichen, vor. Die angekündigte Erhöhung um durchschnittlich 2,5% wird die meisten Kunden deutlich stärker treffen, insbesondere jene auf der stark frequentierten Westbahnstrecke. Für eine einfache Fahrt Wien-Kirchdorf/Krems zahlte ich bis gestern mit Vorteilscard EUR 15,90, seit heute EUR 16,50, was einer Steigerung um 3,8% entspricht. Dass diese Erhöhung um fast vier Prozent keine “Indexanpassung unter der Inflationsgrenze”, wie von der ÖBB proklamiert, ist, leuchtet bereits einem Kindergartenkind ein.

Von sozialer Preispolitik der Bundesbahnen also weiterhin keine Spur, stattdessen für die meisten Kunden eine beinharte Preiserhöhung, welche die ÖBB wieder einmal vergeblich durch geringere Preiserhöhungen auf weiter vernachlässigten Nebenstrecken zu kaschieren versuchen. Dafür gibt es weiterhin alte Garnituren auf den Regionalstrecken, wie die aktuellen Fotos in diesem Beitrag belegen. Dafür gibt es am Sonntag Nachmittag aufgrund des neuen Fahrplans innerhalb von drei Stunden wie gehabt drei Züge für meine Strecke - doch nicht weiterhin mit 6 Minuten zum Umsteigen in Linz, sondern einen stressigen mit 5 hektischen Minuten, einen sinnlosen mit einer halben Stunde Wartezeit und einen wie gehabt mit den ohnedies knapp bemessenen 6 Minuten. Von Optimierung in der Realität bislang keine Spur.

Von den persönlichen Ärgernissen nun zum Missmanagement der ÖBB-Führung, in welches man in den letzten Tagen wieder einmal ebenso wie in die daraus resultierende Anspannung bei den ÖBB einen guten Einblick bekommen konnte, leider ohne den mehr als gerechtfertigten medialen, politischen und öffentlichen Aufschrei. 50-60 Millionen Euro haben die ÖBB dieses Jahr durch Finanzspekulationen in Folge der US-Kreditkrise verloren: angesichts der milliardenschweren Investitionen mittels Steuergeldern in die ÖBB-Inrastruktur und Preiserhöhungen zu Lasten der Kunden ein wirtschaftlicher und politischer Skandal, der in jedem privatwirtschaftlichen Unternehmen einige Köpfe rollen ließe. Stattdessen investiert neben dem Bund nun auch die Stadt Wien munter in das Fass ohne Boden, von harscher Kritik und Maßnahmen der Opposition - allen voran der Grünen, welchen eine erfolgreiche, menschliche und in der Bevölkerung mit einem positiven Image versehene ÖBB aus sozialen und ökologischen Gesichtspunkten ein Anliegen sein sollte und deren Klientel wahrscheinlich am meisten vom Missmanagement der ÖBB-Führung betroffen ist - leider keine Spur…
Abgelegt von Andreas Lindinger (LAN) am 9. Dezember 2007 unter ÖBB | 7 Kommentare »
Die doppelte Abrechnung…
Wien, 1. Dezember 2007
Liebe Blogleser, Familienmitglieder, Verwandte, Freunde, Bekannte, aktuelle und ehemalige Studienkollegen, frühere Schulfreunde, Briefträger, aktuelle und ehemalige WG-Mitbewohner, ICQ-Kontakte, Kundenbetreuer meiner Hausbank, SMS-Schreiber, Arbeitskollegen, Bimfahrer, Blogosphäre, Mailboxstimmen, Fanclubkollegen, Billa-Kassiererinnen, Skypekontakte, Augustin-Verkäufer, Newsletterterroristen, Spammer, ÖBB, Fans, studiVZ-Gruppenkollegen, XING-Kontakte und Vereinskollegen beim SV Austria Salzburg sowie beim FC Funcourt:
1.) Gestern, 30. November, hatte ich Namenstag. Die Anzahl der mir dazu gratulierenden Personen hat sich am gestrigen Tag im Vergleich zum Vorjahr von Eins auf Null reduziert. Vielleicht sollte ich aufhören mir zum Namenstag eine Lasagne zu wünschen, aber das sollte es euch eigentlich wert sein. Ich bin enttäuscht.
2.) Heute, 1. Dezember, sollte ich wie jeder Erdenbürger das erste Fenster meines Adventkalenders öffnen. Das Problem: Ich habe so wie letztes Jahr keinen einzigen Adventkalender geschenkt bekommen. Nichteinmal einen billigen Hofer Adventkalender, von einem Penny Markt Adventkalender wage ich erst gar nicht zu träumen. Und selbst kaufen hat keinen Reiz, da kann ich mir für die 24 Tage bis Weihnachten gleich eine Bensdorp-Schokolade mit 8 Dreierrippen zulegen. Ich bin enttäuscht.
Gezeichnet von einem gezeichneten Andreas Lindinger ;-)
Abgelegt von Andreas Lindinger (LAN) am 1. Dezember 2007 unter Freizeit, Ironie | 3 Kommentare »
Skrupellose ÖBB…
Wien, 28. November 2007
Mir ist kein Unternehmen bekannt, welches seine Preise de facto so grundlos und kontinuierlich, kurzum so skrupellos, erhöht wie die ÖBB. Diesen Dezember wird ebenso wie im Vorjahr wiederum eine Fahrplanänderung, pardon Fahrplanoptimierung um im ÖBB-Sprech eine für 99% der Fahrgäste unnötige minimale Verkürzung der Reisezeit zwischen Wien und Linz sowie eine erhöhte Frequenz der Strecke Wien-Frankfurt anzuerkennen, zum Anlass genommen, um die Fahrgäste um bis zu 4% mehr zu prellen, natürlich insbesondere jene auf der Cash Cow namens Westbahn. Laut ÖBB-Personenverkehrsvorstand Wehinger sei dies mit einer durchschnittlichen Preiserhöhung von 2,5% eine „Indexanpassung unter der Inflationsrate“ - bei einer aktuell erwarteten Inflationsrate von 1,7% für 2007 dürfen die Rechenkünste der ÖBB-Verantwortlichen somit weiter bezweifelt werden, aber irgendwie müssen die steigenden Schulden der ÖBB, die rote Rückeinfärbung der Bundesbahnen sowie die zuletzt eklatant angestiegenen, oftmals unnötigen Frühpensionierungen ja finanziert werden wenn nicht zu Lasten der auf die ÖBB angewiesenen Fahrgäste.
Dafür prophezeihe ich weiterhin (unter anderem) chronisch überfüllte, laute und vor allem verspätete Züge, mürrisches Zugpersonal mit Hang zu übertriebener Law and Order Mentalität, Klimaanlagenausfälle im Sommer bzw. Heizungsausfälle im Winter, veraltete Waggons auf den Regionalstrecken, wettbewerbsfeindlich Exklusivdeals ehemaliger Staatsbetriebe, Schienenersatzchaos in den Sommermonaten, Inflexibilität und Komplexität beim Ferienhandyticket und englische Schaffnerdurchsagen die selbst Hubert Gorbach nicht besser (ergo: schlechter) formulieren könnte. Und für den endgültigen Schlag ins Gesicht sämtlicher Bahnreisender sorgt schlussendlich ÖBB-Generaldirektur Huber vor wenigen Tagen höchstpersönlich im derStandard.at-Chat zur Kritik an den immer enger werdenden Sitzabständen: “Mit Inbetriebnahme des railjet Ende 2008 sind wir in der Lage, unseren Kunden neben der Economy Class auch eine Business und eine Premium Class anbieten zu können. Ich bin überzeugt, dass damit für jeden Kunden das richtige Angebot dabei sein wird.” Getreu dem Motto: Auf das Fußvolk wird geschissen, sollen die armen Familien, Senioren und Studenten doch gefälligst Business und Premium Class buchen. In diesem Sinne: Guuud-bei Ledies end Tschentlmen, wi wisch ju ähh plesent tschörni…

Abgelegt von Andreas Lindinger (LAN) am 29. November 2007 unter ÖBB | 7 Kommentare »
Das Highlight der Hallensaison…
Wien, 22. November 2007
Auch wenn das traditionelle Wiener Stadthallenturnier diese Saison wieder einmal ausfällt, ist für einen hochkarätigen Bandenzauber gesorgt. Grund dafür ist der erstmals ausgetragene Salzburger Hallencup, der am 8. und 9. Jänner in der knapp 4.500 Zuschauer fassenden Salzburg Arena mit einem spektakulären Teilnehmerfeld aufwartet. Neben den vier Bundesligisten LASK, SV Ried, Wacker Innsbruck und SCR Altach geben sich die Westligisten Grödig und Anif, der deutsche Drittligist Wacker Burghausen und als Lokalmatador die neue Salzburger Austria die Ehre. Wenngleich für Letztere die sportlichen Chancen aufgrund des noch deutlichen Klassenunterschieds selbst in der Halle eher gering sein dürften, bietet diese Veranstaltung für den Verein, die Mannschaft und die sensationellen Fans der Austria eine einmalige Chance, erstmals nach zweieinhalb Jahren wieder Bundesligaluft zu schnuppern.

So gibt es in der Gruppe A gleich zum Auftakt des Turniers nach langer Zeit wieder ein traditionelles Westderby zwischen dem SV Austria Salzburg und dem FC Wacker Innsbruck. Das letzte Aufeinandertreffen dieser beiden Vereine unter ihren originären, nicht durch Sponsorennamen degenerierten und nunmehr wieder zurückerlangten Vereinsnamen liegt sogar schon einige Jahrzehnte zurück. Kein Wunder, dass bei den mehr als tausend erwarteten Fans der Violetten und zahlreichen Innsbrucker Schlachtenbummlern trotz aller Rivalität ein stimmungsvolles Fußballfest erwartet werden kann, wie Innsbruck-Trainer Kraft auf der Homepage der Tiroler in sichtlicher Vorfreude auf dieses Turnierhighlight anmerkt: “Die Salzburger Austria wird da eine Wiederauferstehung feiern, mit Bundesligamannschaften sich zu messen. Sie spielen in der Meisterschaft auch ganz vorne mit, sind eine Mannschaft die den Durchmarsch zumindest bis in die Regionalliga geplant hat und sie haben ein sehr großes Zuschauerpotenzial - wird sicherlich eine tolle Stimmung sein.”

Für die Spieler der Salzburger Austria bietet der sportliche Wettkampf mit den Bundesligisten sicherlich eine einmalige Herausforderung und lehrreiche Erfahrung, für die Fans die lange ersehnte Möglichkeit eines stimmkräftigen Duells mit einigen sehr guten Fankurven des Landes und für den Verein die endgültige Bestätigung, dass man sich als Nachfolgeverein der alten Salzburger Austria den Respekt und die Aufmerksamkeit der heimischen Fußballlandschaft sichern konnte. Dank der Fernsehübertragung einiger Spiele auf ORF Sport Plus und Printberichterstattung des Medienpartners Salzburger Nachrichten ist zudem für eine breite, positive Medienwirkung für die neue Austria, welche - was man angesichts der beeindruckenden Zuschauerzahlen und sportlichen Erfolge schnell vergisst - immer noch ein Sechstligist ist, gesorgt.

In der Gruppe B sorgen zum einen das OÖ-Derby LASK gegen Ried und zum anderen das Salzburger Westliga-Derby Grödig gegen Anif für spannende und emotionale Begegnungen. Favoriten in dieser Gruppe sind mit Sicherheit die oberösterreichischen Bundesligisten, welche bereits angekündigt haben, mit allen Stars anzutreten. Nicht zu unterschätzen sind jedoch auch die Grödiger, die mit ihrem Trainer Heimo Pfeifenberger als souveräner Tabellenführer der Regionalliga West am Sprung in die zweithöchste österreichische Spielklasse sind. Für aufregende Spiele ist also bereits in der Gruppenphase, sicherlich aber auch in den daran anschließenden Finalspielen gesorgt. Ob Hallenkönig Ivica Vastic den LASK zum Titel schießen wird, ob die wackeren Innsbrucker ihren jüngsten sportlichen Aufwärtstrend auch am Parkett weiterführen können oder ob gar der unterklassige Lokalmatador als Außenseiter für ein weiteres violettes Fußballwunder sorgt, wird sich Anfang Jänner beim besten Hallenturnier dieses Jahres in Salzburg zeigen…
Spielplan, Tickets und weitere Infos: Salzburger Hallencup
Fotos Copyright: Salzburger Hallencup, Erwin Breit, Michael Plackner
Abgelegt von Andreas Lindinger (LAN) am 22. November 2007 unter Fußball, Austria Salzburg | Kommentieren »
As simple as that…
Wien, 15. November 2007
Da steht der Name des Abgeordnete (…) As simple as that! Hubsi “the most important thing for me is that our good contacts will be upright furthermore” Gorbach lässt grüßen…
Abgelegt von Andreas Lindinger (LAN) am 15. November 2007 unter Politik | 1 Kommentar »
Megatrend Biotech…
Wien, 9. November 2007
Ein hochkarätiger, spannender und interessanter Zukunftsdialog der Austrian Biotech Industry zum Thema “Megatrend Biotech: Das Heute gestalten für ein Morgen mit Zukunft” fand am Mittwochabend in der Dachlounge des Museums Moderner Kunst in Wien statt. Für mich als PhD-Student mit Branchenfokus Biotechnologie in der Dissertation (Projektbewertung, Strategisches Management) sowie zuvor auch in der Diplomarbeit (Venture Capital Finanzierung) stellte dies nach dem unlängst besuchten Life Science Circle “Linking Biotech and Health Care Policy” der Life Sciences Austria Vienna Region eine weitere Möglichkeit dar, die aktuellen Trends, Chancen und Herausforderungen der Branche aus erster Hand von Vertretern der Biotechunternehmen, Politik und Wissenschaft zu erfahren. Anbei daher ein Auszug der wesentlichen Inhalte der Kurzstatements der Podiumsteilnehmer:
Dr. Gerhard F. Klement, CEO der indischen Reliance Biopharmaceuticals, begann seine Ausführungen mit der weltweiten Entwicklung der Biotechnologie, welche eine jährliche Wachstumsrate von 18-19% aufweise. Für die Biotech-Unternehmen bzw. deren Kapitalgeber seien Akquisitionen durch Big Pharma Unternehmen heute aufgrund des idR höheren Returns deutlich interessanter als IPOs. Einen weiteren internationalen Blickwinkel bot Prof. Dr. Michael Comer, der als Mitgründer und Vorsitzender der Irish Bio-Industry Association die erfolgreiche Entwicklung der irischen Biotech-Branche schilderte, welche von zwei Unternehmen im Jahr 1998 auf mittlerweile 59 Unternehmen angewachsen ist. Ein wesentlicher Bestandteil einer solchen Erfolgsstory seien wirtschaftliche Lockmittel, wie im Falle Irlands die Steuererleichterungen, aber auch spezifische Förder- und Investitionsprogramme.
Von der internationalen zur nationalen Perspektive: Universitätsprofessor Dr. Thomas Berger von der Universitätsklinik Innsbruck gab einen Einblick aus universitärer Sicht. Österreich sei dank seiner guten Köpfe und hohen Lebensqualität prinzipiell ein perfekter Forschungsstandort, auch die Rahmenbedingungen für die Universitäten seien dank der universitären Vollautonomie positiv. Dennoch bestünde ein Problem im Bereich der Nachwuchsrekrutierung sowie enormer Nachholbedarf bei der Wissenschaftskommunikation an die Bevölkerung, insbesondere im Bereich der Nutzenvermittlung sowie der Senkung der vorhandenen Technologiefeindlichkeit. DI Dr. Kurt Konopitzky, CEO der Pharmaceutical Business Solutions und Vorstandsmitglied der ABI, lobte die sehr gute Stellung der österreichischen Biotechnologie im internationalen Vergleich, merkte jedoch an, dass eine Steigerung der biotechnologischen F&E-Quote, große Investitionen für die Entwicklungder heimischen Branche zu einem Global Player, das proaktive Wecken von Interesse an der Wissenschaft bei Kindern und Jugendlichen an den Schulen und eine Beseitigung der Infrastrukturproblematik an manchen Universitäten für die zukünftige Entwicklung essentiell sind. Darüber hinaus sei eine Änderung des geplanten Mittelstandsfinanzierungsgesetz dringend notwendig, da die darin enthaltene Limitierung der jährlichen Investitionen auf eineinhalb Millionen Euro für die Biotechnologie und ihr Geschäftsmodell tödlich wäre.
Als Vertreter der Politik lobte Wissenschafts- und Forschungsminister Dr. Johannes Hahn abschließend die Biotechnologie als “die Technologie des 21. Jahrhunderts”. Die Förderung der Interdisziplinarität, also der Bündelung mehrerer Biotechdisziplinen an gemeinsamen Standorten, die Interessensweckung bei Kindern und Jugendlichen oder die Überwinderung der Disbalance bei der Überführung universitärer Forschungsprojekte in Unternehmen seien im Hinblick auf die Biotechnologie wesentliche Herausforderungen für die Forschungspolitik. “Entscheidend ist, eine maximal breite Basis zu haben, dann wird es auch eine Top-Spitze geben”, so das finale Credo des Ministers.
Der den Biotech-Standort Österreich aktuell bedrohende Gesetzesentwurf des Mittelstandsfinanzierungsgesetzes war auch Gegenstand der folgenden Diskussion, gemäß welcher Minister Hahn die Anliegen seinem Parteikollegen und Finanzminister Molterer übermitteln werde. Weitere interessante Themen wie die Situation von PhD-Studenten oder die Unterstützung unversitärer Spin-offs rundeten eine interessante und kurzweilige Diskussionrunde ab. Summa summarum unterstreichen die Aussagen das große Potenzial der heimischen Biotech-Branche: Erfolgreiche Venture Capital Finanzierungen, herausragende Forschungsleistungen, eine Börsen-Success-Story, erwartete jährliche 1.000 neue Arbeitsplätze in den nächsten Jahren sowie die allgemein positive, ökonomisch gesunde und kontinuierliche Entwicklung der heimischen Biotech-Szene belegen beispielhaft deren außergewöhnliches Potenzial.
Abgelegt von Andreas Lindinger (LAN) am 9. November 2007 unter Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Biotechnologie | 1 Kommentar »
Zehn Gründe warum der LASK Meister wird…
Wien, 8. November 2007
Lang, lang ists her: Im Jahr 1965 wurde der LASK österreichischer Meister und durchbrach somit als erster Bundeslandverein die Vormachtstellung der Klubs aus der Bundeshauptstadt, welche bis dahin sämtliche Titelträger stellten. Als Cupsieger holte man gleich das Double, was in der Gegenwart aufgrund des nicht ausgetragenen ÖFB-Cups leider nicht wiederholbar ist, aber auch der Meistertitel wäre eine sportliche Sensation und Wohltat für die Linzer Fußballseele. Für jene arg gebeutelte Linzer Fußballseele, deren letzter ähnlicher Höhenflug mit einem fast meisterlichen Herbst in der Ära Rieger in einen wirtschaftlichen und sportlichen Untergang mündete, von dem sich der Linzer Traditionsverein mühevoll erst in den letzten Jahren erholen konnte. Als Oberösterreicher wartet man daher nicht nur sehnsüchtig auf einen Meister aus Linz, sondern kann zur Bundesligahalbzeit auch gleich ein paar handfeste Gründe für einen ebensolchen liefern, genauer gesagt zehn an der Zahl…

- Vastic. Das Synonym für den Aufschwung des LASK. Ivo trifft, bereitet vor und lenkt das Spiel der Atheltiker, führt die jungen Spieler und ist als Vollprofi und Integrationsfigur der unumstrittene Star der Linzer.
- Treffsicherheit. Ob Vastic, Mayrleb oder Mijatovic - die Linzer Offensivfraktion trifft fast nach Belieben. 32 Tore bedeuten die zweitbeste Marke der Liga, nur ein Tor hinter Mattersburg. Schützenfeste wie 4 Tore im Hanappi-Stadion oder daheim 4 Tore beim Dosenschießen bzw. 5 Tore gegen Innsbruck belegen die Spielfreude und Abschlussqualitäten der Athletiker.
- Oldies. Baur, Panis, Mayrleb, Vastic - vier zentrale Spieler, die trotz oder gerade wegen ihres Alters und ihrer Erfahrung in jedem Spiel ihre Klasse zeigen und dem LASK als Aufsteiger eine gehörige Portion Routine verleihen.
- Hoffnungsträger. Zaglmair, Hohener, Gansterer, Wisio, Saurer, Klein, Klapf - die Liste der jungen, österreichischen Spieler beim LASK ist lang und bürgt für Qualität. In einem perfekten Umfeld mit einem ausgezeichneten Trainer und erfahrenen Routiniers im Team entfalten sich die jungen Schwarz-Weißen, zeigen außerdem in den Nachwuchsnationalteams auf und werden mittelfristig ein Thema für das A-Nationalteam werden.
- Legionäre. In Linz setzt man vorwiegend auf gute, heimische Fußballkost, wie der erste Platz in der Rangliste der eingesetzten österreichischen Spieler beweist. Jene Legionäre, die dennoch für den LASK auflaufen, bestechen dafür durch umso höhere Qualität: Mit Cavlina wurde ein Toptormann geholt, mit Wendel ein spiel- und übersichtsstarker Mittelfeldakteur. Und Mijatovic trifft sowohl statt als auch mit Mayrleb.
- Umfeld. Mit Daxbacher sitzt ein Fußballfachmann auf der Trainerbank, mit Präsident Reichelt führt ein Fachmann den LASK in sicheren wirtschaftlichen Gewässern und mit der großen Begeisterung der Fans sowie dem Status des Traditionsvereins als “Stolz von Oberösterreich” herrscht in Linz ein für sportliche Erfolge prädestiniertes Umfeld.
- Heimstärke. Fanfreundlich und modern ist die altehrwürdige Linzer Gugl zwar nicht, dennoch konnte sich der LASK zu einer Heimmacht entwickeln und den zweiten Platz in der Heimtabelle hinter der Plastikgrasfraktion aus Salzburg, somit also den ersten Platz in der Naturrasen-Heimtabelle erlangen. Mitverantwortlich dafür sind die Linzer Fans, welche neben den Wienern und Grazern stimmungsmäßig zum Toppublikum der Liga gehören. Zahlenmäßig liegen nur Zuschauerkrösus Rapid, Ausverschenker Red Bull und Jungspund Sturm vor den Linzern, die auf anhieb einen fünfstelligen Zuschauerschnitt hinlegen.
- Auswärtsstärke. Platz vier belegt der LASK in der Auswärtstabelle, gerade einmal zwei Punkte hinter dem Auswärtsspitzenreiter Austria Wien. Nicht zuletzt dank der Routine der Mannschaft tritt man auch in der Fremde selbstbewusst und dementsprechend erfolgreich auf.
- Lauf. Nur eines der letzten zehn Spiele wurde verloren. Dafür beeindruckte der LASK unter anderem mit einer sensationellen Aufholjagd bei Rapid, einem Kantersieg zuhause gegen den Meister aus Salzburg und klaren Siegen gegen die Abstiegskandidaten aus Klagenfurt und Innsbruck. Demgegenüber schwächelt die Wiener Austria nicht zuletzt aufgrund der Doppelbelastung, hat Rapid weiterhin einen konzeptlosen Trainer, sind die Bullen weiterhin auswärts ein gern gesehener Gast, wird das sportliche Auslaufmodell Mattersburg mit seiner rustikalen Kampftaktik weiterhin das Nachsehen bei spielstarken Gegnern haben und fehlt der jungen Grazer Mannschaft die Konstanz und Erfahrung ihrer Linzer Farbenkollegen.
- Fußballmärchen. Der Fußball ist für seine Fußballmärchen bekannt. Was wäre also schöner als ein Meistertitel des 1908 gegründeten LASK zum 100jährigen Vereinsjubiläum? Bei dieser hervorragend zusammengestellten Mannschaft aus erfahrenen Altstars, hungrigen Talenten und erstklassigen Legionären, der noch weiter entfachbaren Euphorie in Linz und ganz Oberösterreich sowie dem großen sportlichen, wirtschaftlichen und zuschauermäßigen Potenzial das noch im LASK steckt, steht einem schwarz-weißen Fußballwunder nicht mehr viel im Weg.

Fazit: Der Weg zum Meister führt diese Saison nur über den LASK!
Fotos: AVE/SNAPDOX
Abgelegt von Andreas Lindinger (LAN) am 9. November 2007 unter Fußball | 6 Kommentare »
4fach Comeback…
Wien, 27. Oktober 2007
Es gibt Fußballabende, die vergisst man als Fußballfan sein ganzes Leben nicht mehr. Zu einem solchen Fußballabend sollte sich am gestrigen Nationalfeiertag das Spiel zwischen Rapid und dem LASK entwickeln. Zur Halbzeit eines bis dahin mäßigen Spiels zwischen spielschwachen Wienern und harmlosen Linzern stand es 1:0 für die Grün-Weißen nach einem sehenswerten Volleytor von - man höre staune - Martin Hiden nach einem Freistoß.

Nach der Pause glich der LASK zum 1:1 aus, ging Rapid mit 2:1 in Führung, glich der LASK zum 2:2 aus, ging Rapid mit 3:2 in Führung, glich der LASK zum 3:3 aus, ging Rapid mit 4:3 in Führung und glich der LASK zum 4:4 aus. 8 Tore, darunter zwei Traumschüsse von Kavlak und Wisio sowie ein Doppelpack des zurückgekehrten Mayrleb, sorgten bei den 15.000 Zuschauern für ein Fußballspektakel, in welchem die Linzer Spieler und damit auch die Linzer Fans dank ihres vierfachen Comebacks einen eindrucksvollen Schlusspunkt setzten.

Rapids Viererkette nahm also Anleihen bei Alfred Hitchcock und sorgte somit für einen unvergesslichen Abend: zum einen erzielte sie drei Viertel der Rapid-Tore (Hiden, Dober, Patocka), zum anderen ließ sie vier Tore des LASK zu, dabei den Ausgleich zum 4:4 nach einer missglückten Freistoß-Abseitsfalle erst in der 93. Spielminute. Kaum zu glauben, dass Rapid vier Tore nicht zum Heimsieg reichen, noch weniger, dass dem LASK vier Auswärtstore nicht für drei Punkte genügen, ebensowenig wie man vor dem Spiel bei vier Auswärtstoren des LASK in Hütteldorf ohnedies nur an einen schlechten Scherz gedacht hätte, zwei davon ausgerechnet in der Rapid-Viertelstunde.

Fazit: Ein unvergesslicher Fußballabend, der wieder einmal zeigte, dass die österreichische Bundesliga zwar nicht den schnellsten und modernsten Fußball bietet, dafür - oder gerade deswegen, siehe die heutige offensive Fähigkeit und defensive Unfähigkeit der Rapid-Abwehr - jederzeit ein Fußballspektakel erlaubt. Für den einzigen Wehrmutstropfen dieses Abends sorgte die Polizei im Verbund mit ein paar unverbesserlichen Rapidanhängern. 45 Minuten, also quasi eine gesamte dritte Halbzeit, mussten die Linzer Fans warten, bis die Tore des Auswärtssektors endlich geöffnet wurden, einer übervorsichtigen Exekusive sei Dank.

P.S.: Und nachdem sich die Wartezeiten von Bim, S-Bahn und wiederum Bim auf noch einmal fast 45 Minuten summierten, kostete mich der Nachhauseweg von Hütteldorf statt maximal einer halben Stunde ungewohnte eineinhalb Stunden. In diesem Sinne: Gute Nacht…



